- Gila Lustiger, daughter of the historian Arno Lustiger, was born in 1963 in Frankfurt am Main, where she spent her youth and school years. When she was eighteen she moved to Tel Aviv, and one year later to Jerusalem. Gila Lustiger studied Art History and Comparative Literature, and then – along with the last of the German exiles – German Language and Literature at the Hebrew University. She has lived in her chosen homeland, France, since 1987, along with her two children, working as an editor at a publishing house and a freelance writer.
Lustiger emerged as translator of the Israeli poets Asher Reich and T. Carmi, as well as the French writer Jules Supervielle. In 1995 she published her first work, »Die Bestandsaufnahme« (Eng. »The Inventory«, 2001). In a laconic tone with a feeling for small inconsequential details, Lustiger depicts episodes from everyday life under Nazism in a mosaic-like composition. Rather than setting up a victim-culprit polarity, she depicts how humans got involved with the machinery of annihilation almost without noticing it. In »Aus einer schönen Welt« (1987; t: From a beautiful world), an anti-formation novel, Lustiger paints a sympathetic if somewhat ironic portrait of the pressures of a nuclear family and an arguably well-off woman on the search for self-realisation. Lustiger's »most French book«, was described by »Le Figaro« as »a modern ›Madame Bovary‹ which has lost its way in George Perec's ›Things‹«.
Lustiger's most recent publication, a chronicle of her own family, met with great popularity. Inspired by personal objects such as a paperweight, newspapers and a doll, »So sind wir« (2005; t: So we are) pursues traces of memory and combines them with fictitious elements. This microcosm offers a distinctively ironic view of European history which is, after all, also the history of Jews. Filled with tragic-comic episodes, and at times charged with melancholic undertones, Lustiger brings a fascinating narrative current into flow. »A fine book balanced between lightness and affect, between high craft in construction and a casual, almost reckless voice«, concluded the »Süddeutsche Zeitung«.
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Gila Lustiger, Tochter des Historikers Arno Lustiger, wurde 1963 in Frankfurt am Main geboren, wo sie ihre Jugend und Schulzeit verbrachte. Mit 18 Jahren zog sie nach Tel Aviv, ein Jahr später nach Jerusalem. Gila Lustiger studierte Kunstgeschichte und Komparatistik, dann – mit den letzten deutschen Exilanten – Germanistik an der Hebräischen Universität. Seit 1987 lebt sie mit ihren zwei Kindern in ihrer Wahlheimat Frankreich, wo sie als Verlagslektorin und freie Autorin arbeitet.
Lustiger trat als Übersetzerin der isralischen Dichter Asher Reich und T. Carmi sowie des französischen Schriftstellers Jules Supervielle in Erscheinung. 1995 veröffentlichte sie ihr erstes Werk, »Die Bestandsaufnahme«. In lakonischem Ton und mit einem Blick für das unerhebliche Kleine schildert Lustiger – mosaikartig zusammengesetzt – Episoden aus dem Alltag des Nationalsozialismus. Dabei geht es ihr nicht um eine Opfer-Täter-Polarisierung, sondern um die Schilderung dessen, wie Menschen fast unmerklich in die Vernichtungsmaschinerie gerieten. In »Aus einer schönen Welt« (1997), einem Anti-Bildungsroman, beschreibt Lustiger die Spannungen in einer Kleinfamilie und zeichnet ein ebenso einfühlsames wie ironisches Porträt einer wohlsituierten Frau auf ihrer Suche nach Selbstverwirklichung. Lustigers »französischstes Buch« beschrieb »Le Figaro« als »eine moderne ›Madame Bovary‹, die sich in Georges Perecs ›Die Dinge‹ verirrt hat.«
Zuletzt veröffentlichte Lustiger die mit großem Zuspruch aufgenommene Chronik ihrer eigenen Familie. Von persönlichen Gegenständen wie einem Briefbeschwerer, Zeitungen oder einer Puppe inspiriert, folgt »So sind wir« (2005) Erinnerungsspuren und verbindet sie mit fiktiven Passagen. Dieser Mikrokosmos gibt einen unverkennbar ironischen Blick auf die europäische Geschichte frei, die nicht zuletzt auch eine Geschichte der Juden ist. Mit einer Fülle von tragisch-komischen Episoden und bisweilen melancholischen Untertönen bringt Lustiger einen faszinierenden Erzählstrom in Fluss. »Ein fein ausbalanciertes Buch zwischen Leichtigkeit und Affekt, zwischen hoher Kunstfertigkeit in der Konstruktion und einem beiläufigen, fast schnorrigen Erzählton«, urteilte die »Süddeutsche Zeitung«.
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